Im Interview

20. Dezember 2010
« VorherigeNächste »

Airlink Holup: Flugkompensation ist eine harte Nuss

Das Reisebüro Airlink Holup zahlt für jeden verkauften Flug fünf Euro an Atmosfair. Inhaber Frank Holup will seine Kunden ermuntern, das Gleiche zu tun. Doch kaum einer zieht mit, wie Holup enttäuscht feststellen muss.

GTR: Herr Holup, seit Oktober werben Sie intensiv für die CO2-Kompensation der Flugreisen, die Sie vermitteln. Wie ist die Resonanz der Kunden?  

Holup: Ganz bedauerlich. Wir klären unsere Kunden auf und bieten ihnen an, neben unseren fünf Euro den gleichen Betrag zur Kompensation ihres Fluges an Atmosfair zu spenden. Doch seit 1. Oktober hat dies erst ein einziger Kunde getan.  

GTR: Wo sehen Sie die Gründe?  

Holup: Die gängigen Argumente reichen vom schlichten Desinteresse über den erhöhten buchhalterischen Aufwand bis zum Hinweis, dass man sowieso schon einiges spende.  

GTR: Sie sind mit großem Engagement gestartet. Wie gehen Sie mit dieser Enttäuschung um?  

Holup: Ich selbst sehe dieses Engagement als meine Aufgabe. Ich verdiene Geld damit, dass Menschen reisen und habe damit eine Verantwortung, alleine schon für meine beiden Kinder. Deshalb werde ich weiter meinen Beitrag leisten. Bis Jahresende dürften es etwa 40 Tonnen CO2 sein, die wir als Firma über Atmosfair kompensieren. 

GTR: Und Ihre Kunden?  

Holup: Bei denen werde ich auf jeden Fall nicht lockerlassen. Wenn jemand einmal die Zusammenhänge verstanden hat, etwa dass er mit einem einzigen Kanaren-Flug das Klima mehr belastet als etwa ein Inder im ganzen Jahr, ändert sich seine Einstellung dazu. Die Herausforderung ist, dieses Bewusstsein auch bei den Firmenkunden zu verankern, die eine solche Kompensation ja aus der Portokasse zahlen könnten.