Im Interview

08. April 2011
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Wie SKR die erste Reise nach Fair-Trade-Kriterien gestrickt hat

Der Spezialveranstalter SKR Reisen aus Köln hat als erster deutscher Anbieter eine Reise aufgelegt, die vollständig nach Fair-Trade-Kriterien zertifiziert ist. Geschäftsführer Thomas Müller erklärt warum.

Thomas Müller, SKR Reisen

GTR: Herr Müller, das Fair-Trade-Siegel kennt man von Kaffee, Schokolade oder Baumwolle. Jetzt gibt es dieses auch für Reisen, wieso?  

Müller: Bereits seit 50 Jahren wird darüber nachgedacht, das in der Agrarbranche etablierte Siegel auch auf den Dienstleistungsbereich zu übertragen. Im Tourismus ist es uns gemeinsam mit TransFair e.V. jetzt gelungen, die Kriterien auf diesen Bereich zu übertragen. 

GTR: Wie sieht dies konkret aus?  

Müller: Bei Fair-Trade geht es ja vor allem um faire Löhne. Gegenüber der Produktion eines T-Shirts sind die Personalkosten im Tourismus sehr viel höher, zudem sind deutlich mehr Unternehmen involviert, von uns selbst als Veranstalter über die Incoming-Agenturen bis zu den Hotels und sonstigen Dienstleistern. Sie alle müssen alle ihre Mitarbeiter, vom Manager bis zur Reinigungskraft, gerecht entlohnen und für faire Arbeitsbedingungen sorgen.

GTR: Das klingt nach einem aufwendigen Prozess.  

Müller: Das war es auch. Wir haben gut ein Jahr an der Zertifizierung gearbeitet und immer wieder Rückschläge erlitten, etwa weil Partner die Kriterien nicht erfüllen konnten oder wollten und wir neue suchen mussten.  

GTR: Honorieren dies denn auch die Reisenden?  

Müller: Eindeutig. Für unsere Pilotreise im September haben wir die Mindestteilnehmerzahl bereits fast erreicht, wie planen bereits weitere Termine für 2011 und 2012. Und das, obwohl die Fair-Trade-Reise entlang der Gartenroute fast 900 Euro teurer ist als eine vergleichbare Tour. Wobei man sagen muss, dass die Lodges hier auch sehr hochwertig sind.  

GTR: Müssen nachhaltige und sozial verantwortliche Reisen grundsätzlich teurer sein?