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Kreuzfahrer dürfen Ostsee weiter verschmutzen
Die UN-Schifffahrtsorganisation IMO hat laut WWF den Antrag der Ostseeanrainer auf strengere Abwasserregeln abgelehnt.Der entsprechende Antrag aller Ostseeanrainerstaaten sei auf der jüngsten Jahreskonferenz der International Maritime Organisation vorerst abgelehnt worden, kritisiert die Naturschutzorganisation.
Laut WWF bereisen rund 80 Millionen Passagiere jährlich die Ostsee auf Kreuzfahrtschiffen und Fähren. Ein Viertel aller an Bord produzierten Abwässer entstehe auf internationalen Kreuzfahrtschiffen und werde zum Großteil in die Ostsee entsorgt, ohne dass darin enthaltene Nährstoffe entfernt würden, heißt es.
Nach Angaben der Umweltorganisation fließen durch bis zu 100 Millionen Klospülungen und Schmutzwasser aus den Passagierschiffen jährlich rund 340 Tonnen Stickstoff und 112 Tonnen Phospor ins Meerwasser.
Dies beschleunige die Überdüngung der Ostsee, in deren Folge sich Algenteppiche und sauerstoffarme Todeszonen am Meeresboden bildeten, heißt es weiter.
Der WWF sieht Reedereien und Häfen in der Pflicht. Die durchschnittliche Kapazität eines Kreuzfahrtschiffes, Abwässer zu lagern, liege bei ein bis drei Tagen, sagt Jochen Lamp, Ostsee-Experte des WWF.
Mit Helsinki, Kopenhagen und Visby böten derzeit lediglich drei von gut zwanzig Kreuzfahrthäfen rund um die Ostsee geeignete Entsorgungsanlagen an. Auch die deutschen Häfen haben laut Lamp Nachholbedarf.
Benötigt würden leistungsstarke Anschlüsse an die örtlichen Abwassersysteme in den Häfen sowie Kläranlagen an Bord.


