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26. Juli 2010
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WWF: Reiseveranstalter bieten zu wenig Umweltinformation

Der Umweltverband hat knapp 80 Veranstalter nach ihren Umweltinfos für die Kunden befragt. In vielen Fällen bestehe noch Nachholbedarf, heißt es. Hinweise auf die Klimafreundlichkeit, umweltverantwortliche Hotelführung oder Ressourcenverbrauch einzelner Reisen seien in den meisten Reisekatalogen dünn gesät, stellt der WWF fest. Ernüchternd: Nur 30 Prozent der Reiseveranstalter haben überhaupt geantwortet.

Erstmals hat der Umweltverband im Frühjahr knapp 80 Reiseveranstalter angeschrieben, um zu erfahren, wie diese Umweltinformationen zu ihren Reisen den Kunden gegenüber kommunizieren, darunter auch die 60 größten Veranstalter in Deutschland.

Das Ergebnis war ernüchternd: Trotz telefonischen Nachhakens hätten sich viele Veranstalter nicht an der Umfrage beteiligen wollen, sagt Martina Kohl, beim WWF für das Thema Tourismus zuständig – darunter etwa Aida Cruises, Öger Tours, FTI oder die Touristik der Rewe Group.

Von den 23 Unternehmen, die sich beteiligt haben, sehen die WWF-Experten 15 auf gutem Weg oder als akzeptabel an. Bei acht gebe es Nachholbedarf. „Wir haben hier aber nicht die Qualität hinterfragt“, sagt Martina Kohl, „sondern nur, wie gut die Informationen zum Kunden kommen“.

Wünschenswert wäre laut WWF, dass Reiseveranstalter zu allen Reisen „ein paar Grundinformationen“ bereitstellten, etwa zum Klima-Fußabdruck, zum Wasserverbrauch oder zur umweltfreundlichen Hotelführung.

Martina Kohl schweben zum Beispiel Informationen vor wie: „Diese Reise ist umweltfreundlich, weil ...“ oder „Diese Reise verursacht ... Tonnen CO2, die Sie durch einen Betrag von ... kompensieren können“.

Die WWF-Expertin ist überzeugt, das die Reisebranche künftig den Weg einer offeneren Kommunikation über Nachhaltigkeitsthemen beschreiten wird und vergleicht dies mit der Holzbranche oder dem Fischfang, wo sich Siegel wie FSC oder MSC mittlerweile etabliert hätten.

Entsprechend unterstützt der WWF auch das TSC-Siegel (Tourism Sustainability Council), das derzeit gemeinsam von der Rainforest Alliance, dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP), der UN Stiftung und der Welttourismusorganisation (UNWTO) entwickelt wird.

TSC soll künftig zu einer Art Dach für die zahlreichen unterschiedlichen Umweltzertifizierungen im Tourismus werden.

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