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04. August 2010
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Färöer-Inseln: 674 tote Wale, 21 tote Delfine

Allein bis Ende Juli sind auf den Färöer-Inseln doppelt so viele Wale und Delfine abgeschlachtet worden wie im ganzen Jahr davor.

Diese Zahl hat die Schweizer Umweltorganisation Ocean Care ermittelt, eine Non-Profit-Organisation, die sich seit 1989 für den Schutz der Meeressäuger engagiert.

Von April bis Juli suchten die Grindwale die kühleren Gewässer rund um die Färöer-Inseln auf, heißt es von Ocean Care, wo sie ihre Jungen zur Welt brächten.

Dabei nähmen die Wal-Jäger der Färöer-Inseln auf das ausdrückliche Jagdverbot der Internationalen Walfang-Kommission IWC keine Rücksicht, sagt Ocean Care. Unter den gut 200 Grindwalen, die allein am 19. Juli in Klaksvik getötet worden seien, hätten sich viele trächtige Weibchen und Muttertiere mit Jungen befunden.

Dabei seien die Tötungsmethoden brutal: Die für ihr soziales Verhalten bekannten Tiere würden in großen Familien-Verbünden mit Booten in eine Bucht getrieben und dort mit Messern und Haken so lange traktiert, bis sie „der Tod von ihrem Leiden befreit“, heißt es.

Das alljährliche Massaker, welches – mit Höhepunkten im Juni und Juli – im Prinzip das ganze Jahr über stattfindet, hat zwar eine lange Tradition, scheint heute aber sinnloser denn je. Sollte es früher der Versorgung der Bevölkerung mit Fleisch dienen, rate heute sogar die Gesundheitsbehörde vom Verzehr des Fleisches ab, da es mit Substanzen wie Quecksilber und PCB belastet seien, sagt Ocean Care.

Mittlerweile engagieren sich zahlreiche Umweltorganisationen gegen das Massaker, bislang jedoch erfolglos. Im Gegenteil: Internationale Petitionen und Protestaktionen scheinen eher das Gegenteil zu bewirken und zu mehr Tötungen zu führen, glaubt man bei Ocean Care. Daher wolle man sich daran nicht mehr beteiligen.

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