Tourismusforscher: „Klimaneutral ist kein Verkaufsargument“

„Der Gast will keinen „Klimaurlaub“ machen, also die Klimaverträglichkeit als Leitmotiv seines Urlaubs haben“, sagte Professor Dr. Felix Kol-beck von der Hochschule München auf dem Symposium. Vielmehr wolle er mit attraktiven Themen angesprochen werden, etwa Ernährung, Sport oder Wellness.  

Daher sollten die Anbieter versuchen, die Klimawirkung innerhalb ihrer Angebote zu optimieren anstatt Klimaschutz als Hauptaspekt zu vermarkten.  

Das Symposium Mitte April an der Hochschule München hat die Ergebnisse des EU-Forschungsprojektes Climalptour präsentiert, das am Beispiel von 22 Pilotregionen Lösungen aufzeigen will, wie sich die Alpen touristisch auf den Klimawandel einstellen können.  

In den sehr unterschiedlichen Pilotregionen, die von hochalpinen Winterzielen bis zu Ganzjahresdestinationen in Tallagen reichten, wurden Untersuchungen und Maßnahmen durchgeführt – mit teilweise interessanten Ergebnissen.

So scheinen etwa die Gäste weniger preissensibel zu sein als die Leistungsträger befürchten. Immerhin 47 Prozent der Besucher in Sommerorten haben angegeben, dass sie trotz einer Verteuerung der Kosten aufgrund von Klimaschutzmaßnahmen ihrem Urlaubsort treu bleiben würden, die Gastgeber hatten dies nur zu zehn Prozent erwartet.  

Erste Forschungsergebnisse des Projekts finden sich hier. Eine ausführliche Pressemitteilung zur Veranstaltung gibt es hier.