Sollen Veranstalter über Menschenrechte informieren?

Er fände es gut, wenn Reiseveranstalter in ihren Katalogen freiwillig darauf hinwiesen, wie es ein Land mit den Menschenrechten halte, sagte Klaus Brähmig, Vorsitzender des Tourismusausschusses des Deutschen Bundestags, im Interview mit der Zeitung „Die Welt“.

Auf diese Weise könnten positive Vorbilder belohnt werden, so der Politiker.   Brähmig sieht eine ethische Verantwortung der Urlauber und fragt, ob es sinnvoll ist in Länder mit diktatorischem Regime zu reisen. Mit der Wahl ihres Urlaubsziels oder sogar Hotels könnten Urlauber setzen und Dinge bewegen.  

Der Deutsche Reiseverband sieht hier allerdings eher die Politik in der Pflicht: „Wir können den Menschen nicht vorschreiben, in welches Land sie reisen dürfen und in welches nicht. Diese Entscheidung muss jeder selbst fällen“, sagt Verbandspräsident Jürgen Büchy.  

Inwieweit in einem Land ein Regime als diktatorisch einzuschätzen sei oder Menschenrechtsverletzungen stattfänden, könne nur eine unabhängige Behörde wie das Außenministerium einschätzen“, so Büchy weiter.  

Die Aufgabe der Reisebranche sieht Büchy vielmehr darin, bei ihren Hotels, Agenturen und sonstigen Partnern in den Zielgebieten für soziale Verantwortung und Nachhaltigkeit einzustehen. „Für die Tourismusbranche ist es eine Verpflichtung, sich weltweit für das Thema Nachhaltigkeit einzusetzen“, so Büchy.  

Meinung von Green Travel: Die Reiseveranstalter sind vermutlich die falsche Adresse für die Durchsetzung von Menschenrechten. Doch warum sollen sich Urlauber nicht stärker damit beschäftigen, wohin sie reisen, wem ihre Reiseausgaben zugute kommen, ob sie damit etwa lokale Gemeinschaften unterstützen oder umweltengagierte Hoteliers? Und hierzu könnten Reiseveranstalter durchaus Orientierungshilfe bieten.

Ein interessantes Interview zu diesem Thema findet sich hier.