Fünf Projekte für Ecotrophea nominiert

Die achtköpfige EcoTrophea-Jury des Deutschen Reiseverbands hat nach eigenen Angaben insgesamt 41 Bewerbungen von Unternehmen und Organisationen aus 21 Ländern erhalten.

Der Sieger wird auf der Jahrestagung des Verbands am 15. November in Montenegro bekannt gegeben.

Die nominierten Projekte:

1. Tourismus als Chance für strukturschwache Dorfgemeinschaften in Peru
2. Chilenisches Bioreservat setzt auf Naturschutz, Integration und Tourismus
3. Klimaneutrales Reisen durch CO2-Kompensation aller Fahrten
4. Flora und Fauna Neuseelands sowie die Maori-Kultur kennen lernen
5. Erstes Feriendomizil in Montenegro mit EU Ecolabel

Die Projekte im Detail

1. Tourismus als Chance für strukturschwache Dorfgemeinschaften in Peru

Traditionelles Handwerk gehört zum Alltag im Dorf Misminay auf 3.700 Metern Höhe in den peruanischen Anden. Der Münsteraner Reiseveranstalter América Andina, der sich auf Reisen nach Lateinamerika spezialisiert hat, unterstützt die Dorfgemeinschaft seit vier Jahren, indem seine Kunden das Dorf auf Reisen besuchen, dort wohnen und an Seminaren, die von Dorfbewohnern geleitet werden, teilnehmen. Dabei erfahren Sie Wissenswertes über traditionellen Haus- und Ackerbau, besuchen Koch- oder Webstuhlkurse oder welche Pflanzen in der einheimischen Medizin zum Einsatz kommen. Ziel des Projektes ist es, den Menschen vor Ort eine langfristige ökonomische Perspektive zu geben. Mithilfe des gemeindebasierten Partnerprojektes werden die Bewohner Misminays unterstützt, ihre dörflichen Strukturen zu erhalten und zu pflegen und sich gleichzeitig nachhaltige, zukunftssichernde Perspektiven zu erschließen. www.america-andina.de

2. Chilenisches Bioreservat setzt auf Naturschutz, Integration und Tourismus

Inmitten des patagonischen Regenwaldes im Süden Chiles befindet sich das Bioreservat Huilo Huilo. Das 100.000 Hektar umfassende Gebiet ist Teil des UNESCO-Biosphärenreservates gemäßigter Regenwälder der südlichen Anden und Heimat zahlreicher bedrohter Arten. Ziel des Projektes ist der Schutz von Natur und Umwelt unter Einbeziehung der lokalen Bevölkerung. Die Wiederansiedlung des Gabelhirsches, der bis vor zwei Jahrzehnten in der Region beheimatet war, ist ein Beispiel für das Engagement der Projektverantwortlichen für den Schutz der endemischen Fauna. Mit dem Bioreservat wurden zugleich Arbeitsplätze und Schulungsmöglichkeiten für die Bevölkerung in der Region geschaffen. Einheimische erhalten in Workshops und Schulungen Kenntnisse vermittelt, die sie befähigen, ein eigenes Gewerbe aufzubauen. Zugleich ist der Tourismus ein wichtiger Bestandteil der Nachhaltigkeitsstrategie des Bioreservates. Den jährlich rund 40.000 Touristen stehen verschiedene, im Regenwald eingebettete Unterkünfte, darunter Hotels, Lodges oder Baumhäuser zur Auswahl sowie zahlreiche Aktivitäten, wie Trekking, Segeln oder Expeditionen mit lokalen Führern. www.huilohuilo.com

3. Klimaneutrales Reisen durch CO2-Kompensation aller Fahrten

Der Studienreiseveranstalter Studiosus hat mit Jahresbeginn 2012 alle Fahrten zu Lande und zu Wasser, die in den Reiseleistungen enthalten sind, durch CO2-Kompensation klimaneutral gestellt. Für diese Vorreiterrolle "bei der Integration der CO2-Kompensation ins Geschäftsmodell" wurde der Veranstalter bereits von der Klimaschutzorganisation My Climate ausgezeichnet. Seit 2007 können die Gäste des Unternehmens ihren Urlaubsflug durch eine Spende an die Studiosus Foundation e.V. freiwillig kompensieren. Durch die jüngste Initiative ist Studiosus laut My Climate einen großen Schritt weitergegangen, indem die Kompensationskosten für alle Fahrtstrecken bereits in den Reisepreis eingerechnet sind. Der Gegenbetrag von rund 280.000 Euro fließt in ein CDM-Gold-Standard-Klimaschutzprojekt der Studiosus Foundation e.V. in Südindien. Unterstützt werden damit 600 Bauernfamilien beim Bau von Biogasanlagen.

4. Flora und Fauna Neuseelands sowie die Maori-Kultur kennen lernen

Der Reiseanbieter Time Unlimited Tours bietet individuelle Ausflüge sowie Wander-, Kajak- und Angeltouren in Neuseeland. Einen Schwerpunkt legt das Unternehmen auf den Kontakt mit den neuseeländischen Ureinwohnern, den Maori. Mit der Organisation von Ausflügen zu den Maori leistet das Unternehmen einen wichtigen Beitrag zur Völkerverständigung. Während der Touren auf den Spuren der Maori entdecken die Teilnehmer die Flora und Fauna der Region um Auckland und lernen typische Gerichte der Maori-Küche kennen. Die Veranstalter legen großen Wert darauf, ihren Besuchern einen verantwortungsvollen Umgang mit der Natur und der einheimischen Kultur zu vermitteln. Das Unternehmen erhielt für sein Engagement, Besucher für das natürliche und kulturelle Erbe Neuseelands zu sensibilisieren, bereits mehrfach nationale und internationale Auszeichnungen. www.newzealandtours.travel

5. Erstes Feriendomizil in Montenegro mit EU Ecolabel

Im Februar 2012 erhielt der Feriendomizil-Anbieter Utjeha.me das freiwillige europäische Umweltzeichen EU Ecolabel für seine Ferienwohnungen in Bar an der montenegrinischen Adriaküste. Das Umweltzeichen kennzeichnet Unternehmen, die mit dem Kauf von umweltfreundlichen Produkten und Dienstleistungen zu einer Verringerung der Umweltverschmutzung beitragen wollen. Aus Rücksicht auf die Natur setzten sie dabei auf den Einsatz erneuerbarer Energien, einen sparsamen Umgang mit Wasser, das Verringern der Müllmengen und eine umweltorientierte Weiterbildung der Mitarbeiter. Das Projekt hat Vorbildfunktion für andere Unterkunftsanbieter in Montenegro und stellt diesen sein Know-how gerne zur Verfügung. www.utjeha.me