Costa Rica: Reisende forsten Regenwald auf

In der kleinen Gemeinde La Tigra im Herzen Costa Ricas hat ein Aufforstungsprojekt begonnen, das rund 23 Hektar ehemalige Maracuja- und Zierpflanzenplantagen wieder in ursprünglichen Regenwald verwandeln soll. Dazu pflanzen vor allem deutsche Reisende einheimische Baumsorten an. Rund 900 Bäume sind bereits gepflanzt, über 14.000 sollen es einmal werden.

Initiiert worden ist das Projekt von der La Tigra Rainforest Lodge, einer benachbarten Dschungel-Lodge mit zehn Baumhäusern, die vom hiesigen Veranstalter Travel to Nature und costaricanischen Gesellschaftern betrieben wird. Deren Gelände, das bereits weitgehend aufgeforstet wurde, soll durch den neuen Regenwald mit dem Children’s Eternal Rainforest verbunden werden. Letzterer ist der größte private und geschützte Urwald Costa Ricas, der durch das gemeinsame Engagement von Schulkindern aus 44 Nationen entstanden ist.

Für alle Gäste pflanzt der Veranstalter Travel to Nature im „Bosque La Tigra“ einen Baum und will damit auch einen Teil der Reiseemissionen kompensieren. Dies übernehmen unter fachkundiger Anleitung meist Kinder der umliegenden Schulen, für die Umweltbildung – wie überall in Costa Rica – einen hohen Stellenwert hat.

Zudem können Gäste der Lodge auch selbst „ihren“ Baum pflanzen, für jeweils 30 US-Dollar. Der Baum wird über GPS kartiert, so dass er über Jahre und Jahrzehnte beim Wachsen verfolgt werden kann.

Adolfo Quesada, Manager der La Tigra Rainforest Lodge, stellt die endemischen Baumsorten vor, die gepflanzt werden.

In den 1970er Jahren hatte Costa Rica, eines der artenreichsten Länder der Erde, durch massiven Holzeinschlag einen Großteil seines Primärwaldes verloren. Aufforstungen und erfolgreicher Ökotourismus haben aber in den vergangenen Jahren dazu geführt, dass heute wieder die Hälfte das Landes mit Wald bedeckt ist.