Reisebranche wird „elefantenfreundlicher“

Foto: Pro Wildlife

Immer mehr Reiseveranstalter verbannen Angebote mit direktem Kontakt zu Elefanten aus ihrem Programm. Zu diesem Schluss kommt die Naturschutzorganisation Pro Wildlife. Insgesamt  32 Unternehmen hätten auf Initiative der Organisation bereits alle Interaktionen mit den Wildtieren aus dem Programm genommen, heißt es. Weitere 32 überarbeiteten ihre Kataloge.

Seit 2014 hat Pro Wildlife nach eigenen Angaben 101 Reiseveranstalter angeschrieben und über die Missstände im Elefantentourismus aufgeklärt, mit ihnen verhandelt und Hilfestellung bei der Überarbeitung der Reiseangebote geleistet.

„Viele Touristen wissen mittlerweile: Egal, ob sie auf den Elefanten reiten, sie füttern, streicheln, baden oder mit ihnen spazieren gehen, die grausame Unterwerfung ist die gleiche“, sagt Katharina Lameter von Pro Wildlife.

Positiv erwähnt sie etwa Thomas Cook, DER Touristik und Aida Cruises, die Elefanten-Angebote aus dem Programm genommen hätten. Auf der anderen Seite werden etwa Alltours und Diamir erwähnt, die nach wie vor Elefantenreiten anböten.

Der Deutsche Reiseverband hatte bereits 2016 In Zusammenarbeit mit Pro Wildlife ein Informationspapier zum Elefantentourismus veröffentlicht und aus Tierschutz- und Sicherheitsgründen von Interaktionen mit Elefanten abgeraten.

Pro Wildlife hat eine Übersicht erstellt, in der Reiseveranstalter entsprechend ihres Umgangs mit Elefanten eingestuft werden (Stand Jan/Feb 2019).

„Elefantentourismus ist Tierquälerei“, heißt es von Pro Wildlife. Elefanten seien die einzigen Wildtiere, die dauerhaft an Ketten gehalten würden. Häufig würden sie auf Betonböden an mehreren Beinen fixiert und könnten sich kaum bewegen.

In Gefangenschaft litten Elefanten denn auch unter Verhaltensauffälligkeiten – von monotonem Hin- und Herschaukeln bis hin zu Aggression. Erst kürzlich habe in Thailand ein Elefantenbulle zwei Touristen und den Elefantenführer abgeworfen und einen der beiden italienischen Touristen mit seinem Stoßzahn durchbohrt, heißt es.

Zudem seien Asiatische Elefanten in Gefangenschaft oft mit Tuberkulose (TBC) infiziert, die vom Tier auf den Menschen und umgekehrt übertragbar sei.

Ein Hintergrundbericht über Elefanten im Tourismus findet sich hier (PDF).